Kulturpädagogik tritt mit dem Anspruch an, ‚ihre Adressat*innen‘ bei der Gestaltung ihrer Lebenswelt und bei der
Teilhabe an Kultur und Gesellschaft zu unterstützen. Um Partizipationsprozesse in der Migrationsgesellschaft zu
gestalten, benötigt sie dafür Disziplinen wie die Migrationspädagogik. Diese richtet den Blick auf Zugehörigkeitsordnungen
in der Migrationsgesellschaft. Im Seminar analysieren wir mit Hilfe einer migrationspädagogischen
Perspektive die dominanten Schemata und Praxen der Unterscheidung zwischen natio-ethno-kulturellem „Wir“ und
„Nicht-Wir“. Eine zentrale Frage wird dabei sein, wie die Kulturpädagogik an den Möglichkeiten der Verflüssigung
bzw. Abschwächung dieser Schemata und Praxen mitwirken kann.
Dafür lesen wir gemeinsam das Buch „Unterscheiden und Herrschen. Ein Essay zu den ambivalenten
Verflechtungen von Rassismus, Sexismus und Feminismus in der Gegenwart“ von Sabine Hark/Paula-Irene Villa.
Inhalte dieses ersten, eher theoretisch angelegten Teils des Modul 19 werden insbesondere sein:
- migrationspädagogische Grundlagen mit einer Theoretisierung von Diskriminierung, Rassismus
- antimuslimischer Rassismus
- der Intersektionalitätansatz zur Analyse migrationsgesellschaftlicher Differenzverhältnisse
- empirische Studien zu sozialer Ungleichheit
- Felder migrationspädagogischen Handelns
Im Seminar stellt die Lektüre und Vorbereitung von Texten seitens aller Seminarteilnehmenden eine wichtige sowie
vorausgesetzte Arbeitsgrundlage dar.